wurzelwerk_logo_1_edited.png

Gemüseanbau

Für den Anbau von Obst und Gemüse gibt es verschiedene Beetarten. Welche Anbauform am besten zu deinen Bedürfnissen und deinem verfügbaren Platz passt, erfährst du hier:  

hochbeet.png

Hochbeet

Hochbeete befinden sich über dem normalen Niveau des Bodens. Auf diese Weise werden das Obst und Gemüse vor Schnecken und anderen Tieren geschützt und auch Unkraut kann sich weniger gut vermehren. Die Höhe ermöglicht zudem ein angenehmes Arbeiten im Stehen. 

Für dein eigenes Hochbeet kannst du entweder auf einen fertigen Bausatz zurückgreifen oder du baust dir dein ganz individuelles Hochbeet, das in Höhe und Breite ideal auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Als Einfassung eignen sich Holz, Betonplatten oder auch Metall. Dadurch sind deinem Hochbeet optisch keine Grenzen gesetzt und du kannst das Beet ganz nach deinem Geschmack gestalten. Das Hochbeet ist nach unten hin geöffnet, so dass überschüssiges Wasser ideal in den Boden sickern kann.

Damit aber keine Wühlmäuse oder andere Tiere von unten in das Hochbeet gelangen und sich dann an dem schmackhaften Gemüse zu schaffen machen, sollte man den Boden mit einem engmaschigen Drahtgitter auslegen und dieses am Hochbeet-Rahmen befestigen. Die Innenseiten des Hochbeets solltest du zudem mit einer Teichfolie oder Ähnlichem auskleiden, so dass die Feuchtigkeit nicht so schnell in den Rahmen eindringen kann. 

Zum Befüllen des Hochbeetes werden verschiedene Schichten genutzt, die von unten nach oben immer feiner werden: 

1. Schicht:
Grobe Äste & Gehölzschnitt

2. Schicht: Kleine Äste

3. Schicht: Kompost

4. Schicht: Pflanzschicht

Die unterste Schicht sollte aus möglichst grobem Material bestehen, wie bspw. groben Ästen und Gehölzschnitt. Auf diese Weise stellt ihr sicher, dass das Beet gut durchlüftet wird und die Materialien schneller verrotten.  

Auch diese Schicht sollte relativ luftig sein. Hierfür können kleine Äste, Laub oder Tannenzweige genutzt werden. 

Der Kompost stellt die Nährstoffe für die Pflanzen bereit. Hierfür eigenen sich Garten- und Bioabfälle. Auch bei der Mülldeponie kann man günstig große Mengen an Kompost erhalten. Oder ihr fragt bei einem nahegelegenen Hof, ob ihr Pferdemist abholen dürft. 

Ganz oben wird das Hochbeet mit Erde aufgefüllt. Diese sollte möglichst hochwertig und nährstoffreich sein. Es empfiehlt sich zudem, die Erde einmal im Jahr aufzufrischen.

Die besten Pflanzen für ein Hochbeet sind Salat-Sorten, Zucchini, Buschbohnen, Erdbeeren, rote oder gelbe Bete, Kohlrabi, Fenchel, Radieschen, Zwiebeln und Kräuter. 

Tischbeet

Ähnlich wie ein Hochbeet ermöglicht ein Tischbeet ein angenehmes Gärtnern im Stehen. Im Vergleich ist das Tischbeet jedoch freistehend und hat somit keinen Kontakt zum Boden. Das hat den Vorteil, dass das Tischbeet auch im Sitzen gepflegt werden kann und somit ideal mit dem Rollstuhl befahren werden kann. Beim Gießen ist jedoch Vorsicht geboten, da überschüssiges Wasser nur schwer abfließen kann. Der Vorteil eines Tischbeetes ist aber der geringere Bedarf an Erde und anderen Schichtmaterialien, die in einem Hochbeet berücksichtigt werden müssen. Anstatt das gesamte Tischbeet mit Erde zu befüllen, solltest du aber auch hier auf die einzelnen Schichten eines Hochbeetes achten; nur wird jede einzelne Schicht deutlich schmaler angelegt.  

tischbeet.png

Da das Tischbeet nur begrenzt Platz in die Tiefe bietet, eignen sich für den Anbau vor allem Pflanzen, die keine tiefen Wurzeln bilden. Am besten baust du in deinem Tischbeet die folgenden Sorten an: Kräuter, Erdbeeren, Salat, Radieschen, Rucola, Mini-Tomaten. 

kartoffelbeet.png

Kartoffelturm

Mit diesem Turm ist der Anbau von Kartoffeln eigentlich ganz einfach und benötigt nur wenig Platz. Das vertikale Gärtnern bringt mehr Ertrag auf kleinerer Fläche. Ein Kartoffelturm ist schnell selber gebaut und schont den Geldbeutel. Mithilfe eines Drahtgeflechts kannst du einen hohen Zylinder formen, der nach oben und unten geöffnet ist. Gefüllt wird dieser Turm mit Erde, Stroh und mehreren Schichten Kartoffeln. Eine gute Anleitung für einen selbstgebauten Kartoffel-Turm findest du hier: https://www.smarticular.net/kartoffelturm-selber-bauen-anleitung-ernte/  

Angebaut werden im Kartoffelturm logischerweise Kartoffeln. Du kannst aber auch ein paar Erdbeerpflanzen auf der obersten Schicht einpflanzen und deinen Turm somit zu einem Kartoffel-Erdbeer-Turm erweitern.  

Gemüsekiste

Gemüsekisten sind die ideale Wahl, wenn man auf beengtem Raum Gemüse anbauen möchte, z.B. auf einem Balkon. Sie sind transportabel, schnell bepflanzt und können dank Pfandsystem bei Nichtbedarf wieder zurückgegeben werden. 

biokistebeet.png

Im wurzelwerk sind in unseren Kisten bereits Radieschen, Tomaten, Kohlrabi und Salat erfolgreich gewachsen. Vor dem Bepflanzen die Gemüsekiste mit Pappe oder Vlies auskleiden, unten mit einer Schicht Blähton befüllen und danach mit Erde auffüllen.

Für Gemüsekisten eigenen sich vor allem Pflanzen mit einem geringen Platzbedarf bzw. nicht allzu tiefen Wurzeln, wie zum Beispiel Radieschen, Spinat, Salat, Chili, Erdbeeren, Rucola, Kräuter und Buschbohnen.  

Freiland

Die wohl klassischste aller Anbau-Varianten ist der Anbau im Freiland. Bis auf ein paar Ausnahmen lassen sich alle Gemüsesorten direkt im Boden anbauen. Dabei können die Pflanzen ein tieferes Wurzelwerk bilden als bei anderen Beetarten und benötigen somit weniger Wasser, da sie dieses auch aus dem Boden beziehen können. Aber Achtung. Boden ist nicht gleich Boden. Die Beschaffenheit des Bodens kann sehr unterschiedlich sein und ist somit für andere Pflanzen geeignet. Grob unterschieden wird zwischen sandigen, sandig/lehmigen und lehmigen Böden. 

Lehmige Böden speichern gut das Wasser, während sandige Böden nur wenig Wasser speichern und somit eher für Pflanzen geeignet sind, die es trockener mögen. Um herauszufinden, was für einen Boden du hast, kannst du einen Trick anwenden: Nimm etwas feuchte Erde in die Hand, forme sie zu einer Kugel und versuche dann, eine “Wurst” zu rollen. Gelingt dir das nicht, handelt es sich wahrscheinlich um Sandboden. Lässt sich eine “Wurst” formen und die Erde ist nicht klebrig, handelt es sich um Lehm-/Sandboden. Und wenn die “Wurst” gut formbar und klebrig ist, hast du mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Lehmboden.

Neben der Beschaffenheit ist auch der Nährstoffgehalt wichtig. Der optimale PH-Wert liegt für die meisten Pflanzen zwischen 5 und 7,5. Wenn du dir nicht sicher bist, wie nährstoffreich der Boden ist, kannst du mithilfe von einem Bodenanalyse-Set den Nährstoffgehalt bestimmen.  

Für den Anbau in sandigem Boden eigenen sich vor allem Apfelbäume, Kartoffeln, Spargel, Lavendel, Thymian, Rosmarin, Oregano, Möhren, Zwiebeln und Bohnen. 

Im lehmigen Boden füllen sich hingegen die folgenden Sorten sehr wohl: Petersilie, Lauch, Stachelbeere, Himbeere, Erbsen, Puffbohnen, Endivie und Zuckerhut. 

Egal für welche Anbau-Variante du dich entscheidest, wichtig ist nicht nur, wie du dein Gemüse anbaust, sondern auch welche Sorten du nebeneinander anbaust. Den es gibt gute und schlechte Beet-Nachbarschaften. Gute Beet-Nachbarn schützen sich gegenseitig vor Krankheiten und helfen somit einander bei einem optimalen Wachstum. Benötigen die Pflanzen aber die gleichen Nährstoffe, ist es langfristig eher von Nachteil, wenn diese direkt nebeneinander wachsen und somit um die vorhandenen Nährstoffe konkurrieren müssen. Für eine gelungene Mischkultur solltest du daher ein paar Hinweise beachten: Die Pflanzen sollten einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf haben. Zudem macht es Sinn, wenn die Beetnachbarn unterschiedliche Wuchsformen haben. Das heißt, wenn bspw. die eine Pflanze eher nach oben wächst, während die andere Pflanze sich unter der Erde ausbildet.

Ein gutes Beispiel hierfür sind Karotten, die nach unten wachsen, und Salat, der oberhalb der Erde wächst. Auf diese Weise kannst du deine verfügbare Fläche bestmöglich nutzen. Um deinen Gemüsegarten bestmöglich zu planen, solltest du dir im ersten Schritt überlegen, was du gerne anpflanzen möchtest. Mit dieser Liste kannst du dann im nächsten Schritt herausfinden, welche Pflanzen optimale Beet-Nachbarn sind. Mit diesen Informationen, was du anbaust und was nebeneinander soll, kannst du dann im dritten Schritt einen Plan von deinem Garten aufmalen und alle Pflanzen an ihrer Position einzeichnen. Eine gute Übersicht über die Beet-Nachbarn findest du hier: https://www.volmary.com/plant-happy/1220/auf-gute-nachbarschaft-pflanzen-ihre-beetpartner.